Existenzgründung in Spanien
Wer in Spanien eine Existenz gründen, sich Selbständig machen oder ein bestehenden Betrieb übernehmen möchte, muss dazu einen kleinen Hürdenlauf absolvieren, der die deutsche Bürokratie komplett in den Schatten stellt.
Anders wie in Deutschland, ist man hier sofort voll geschäftsfähig, sobald man seine Papiere beim zuständigen Amt eingereicht hat, da man in Spanien eine vorläufige Genehmigung erhält (permiso provisionál). Bis einem die richtige Genehmigung erteilt wird, kann schon ein wenig Zeit vergehen.
Wer in Spanien selbständig tätig werden möchte, sollte in jedem Falle zuerst auf das örtliche Rathaus der Gemeinde gehen und abklären, ob der geplante Standort und die Art des Betriebes im Einklang mit dem Flächennutzungsplan (Plan de Ordinación Urbana) steht. Gibt es von Seiten des Flächennutzungsplan keine Einwände und spricht auch sonst nicht gegen die geplante Firmengründung, so steht der Unterzeichnung des Miet-/Kaufvertrages nichts mehr im Weg.
Handelt es sich bei der Firmengründung um ein Ladengeschäft, so sollten Sie sich Ingenieure, Baufachleute und Architekten zu Rate ziehen, um die vorgesehenen Geschäftsräume zu begutachten. Hierdurch können Sie sicherstellen, dass die Räumlichkeiten einer gewerblichen Nutzung entsprechen.
Sollte es Bedarf für eine Änderung durch einen Umbau geben, so werden die in einem Plan zur technischen Durchführung (proyecto técnico) festgehalten, welchen Sie bei den Behörden einreichen müssen. Mit dem proyecto técnico können Sie eine Baulizenzerteilung (licencia de actividad) und eine Geschäftslizenz (licencia de apertura ) beantragen
Einzelunternehmen in Spanien
Um in Spanien ein Einzelunternehmen zu gründen, bedarf es das Sie folgende Hürden bewältigen:
- N.I.E.-Nummer beantragen beim Ausländeramt (Jefatura Superior de Policia)
- N.I.E.-Nummer dem Finanzamt mitteilen
Sollten Sie mit Ihrem Einzelunternehmen einer mehrwertsteuerpflichtigen Arbeit nachgehen, so müssen Sie nach jedem Quartal die entsprechenden Steuern bezahlen. Hinzu kommt wie in Deutschland ein Abschlag auf die Einkommensteuer. Bis zum 30. Juni des Folgegeschäftsjahr ist jeder dazu verpflichtet seinee Jahressteuererklärung abzugeben.
Wer sicher gehen möchte keine Fehler zu machen, beziehungsweise Verständigungs-/Sprachprobleme hat, sollte sich in jedem Falle einen Steuerberater (Gestoria) zur Seite holen.
Die spanische Rente als Grundversorgung
Aus Sicht eines Deutschen werden die minimalen Rentenansprüche der staatlichen Sozialversicherung wohl kaum für den Lebenesunterhalt im Alter, bzw. bei einer Arbeitsunfähigkeit, reichen. Allerdings sind die spanischen Durchschnittskosten von rund 600,00 € pro Arbeitnehmer (inkl. Arbeitgeberanteil) auch niedriger als in Deutschland. Im Vergleich zu Deutschland zahlen Sie also erheblich weniger für Kranken-, Arbeitslosen-, Berufsunfall- und Rentenversicherung, als Sie es von Deutschland her kennen. Bei Selbständigen betragen die monatlichen Kosten rund 400,00 € für die Versicherungspakete, wodurch Selbständige meistens nicht einaml den Mindestrentenanspruch erreichen und deshalb eine private Vorsorge benötigen.
Die spanischen Steuernummern
In Spanien gibt es drei Arten von Steuernummern: N.I.E., N.I.F. und C.I.F. Eine gilt nur für Ausländer, eine für Einheimische und letztere für Firmen und Gesellschaften.
