“Hausmeister im Vier-Sterne-Hotel gesucht”, so oder so ähnlich lauten die Stellenanzeigen die meistens im Namen von Anwaltskanzleien aufgegeben werden. Solch eine Stellenanzeige weckte schnell das Interesse von Lothar P., der nach etlichen erfolglosen Bewerbungsversuchen in Deutschland endlich wieder Hoffnung schöpfte.
Lothat P. machte sich sofort daran eine Bewerbung an die Anwaltskanzlei zu senden und teilte des weiteren mit, dass er für eine Anstellung auch gerne aus Deutschland nach Spanien auswandern würde. die Antwort lies nicht lange auf sich warten und es wurde auch direkt ein Termin zur Vorstellung vereinbart. In dem Gespräch fragte Lothar P. wieso in der Stellenausschreibung eigentlich keine Sprachkenntnisse verlangt worden sind, worauf er als Antwort zu hören bekam das sich so schnell viele Bewerber ausgeschlossen fühlt. Das Ganze klangt nicht so ganz einwandfrei, doch Lothar P. war nach der dauerhaften Arbeitslosigkeit nicht in der Position die Stelle abzulehnen.
Doch das eigentlich Unsinnige folgte erst noch. Es sei eine Kaution in Höhe von 400,00 € für die Absicherung der Hotelbetreiber nötig, damit diese bei einem eventuellen Rücktritt von dem Flug und der Hotelunterkunft abgesichert seien. Sollte Herr Lothar P. auf die Insel kommen, so erhielte er seine Kaution umgehend zurück.
Lothar P. war durcheinander, doch aufgrund seines verzweifelten Zustandes der Dauerarbeitslosigkeit ging er zu einer Postfiliale und überwies per Western Union Transfer die vereinbarten 400,00 €. Per eMail teile er dann dem “zukünftigen” Arbeitgeber die Transaktionsnummer mit und erhielt als Antwort: “Herzlichen Dank für Ihr Vertrauen. Wir freuen uns schon jetzt Sie auf Mallorca begrüssen zu dürfen.”. Das war es. Das war alles was Lothar P. jemals wieder von seiten des angeblichen Arbeitgebers hörte.
Ein deutscher Privatermittler der eine führende Ermittlerkanzlei in Palme de Mallorca betreibt äußert sich hierzu wie folgt: “Herr Lothar P. ist auf einen Trick hereingefallen, der aufgrund der aktuellen Wirtschafts- und Arbeitslage immer öfter auftaucht.” Der Privatermittler erhält in letzter Zeit immer öfters Aufträge die solche oder ähnliche Beweggründe haben. Zudem kommt eine Dunkelziffer von Personen, die sich aus Scham oder Faulheit nicht an die örtlichen Behörden oder die Guaria Civil wenden.
Momentan gibt es folgenden Ermittlungsstand beim Privatermittler:
Die Spur des Betrügers, eventuell auch eine Betrügerbande, verliert sich aktuell in Palma. Die angewiesenen Summen wurden auf einer Auszahlungsstelle in Arenal abgeholt. Die eMails wurden innerhalb des Stadtbezirkes Palma de Mallorca versandt. Die auf dem Transferschein angebene Adresse ist in einem Wohnblock ganz in der Nähe der Hauptstadt Palma, doch dort öffnet zu keinem Zeitpunkt jemand die Tür.
Die angegebene Adresse tauchte nicht nur einmal auf, sondern wurde auch bei einer zweiten vorliegende Ermittlung eingereicht. Hier wurde für die Stelle eines Malers ein Gehalt in Höhe von rund 2.000,00 € versprochen. Der Einsatzort sollte Santa Ponsa auf Mallorca sein und auch hier wäre eine Kaution fällig, diesmal in Höhe von 350,00 €. Allerdings war die Ausrede für die Kaution hier eine andere, so wurde behauptet das der angebliche Arbeitgeber schon öfters Flüge für Bewerber bezahlte, die dann erst gar nicht in das Flugzeug einstiegen.
Der private Ermittler gibt nicht auf und bemüht sich weiterhin dem Betrüger der Hahn abzudrehen. Teilweise liegen dem Privatermittler Mitschnitte von Telefonaten vor, welche er auf seiner Webseite veröffentlicht hat.
Ein weiterer Trick – Teure Vorwahlen
Die Masche Arbeitssuchende per Kautionszahlungen auszunehmen ist nur ein Trick von vielen. Des weiteren gibt es die Masche den Arbeitssuchenden dazu bewegen, sich über sogenannte Mehrwert-Telefonnummern zu beweerben. Diese Mehrwertnummer sind an der Vorwahl 807 zu erkennen.
Die spanische Verbraucherschutz Organisation Facua warnt alle davor auf Stellenanzeigen mit der Vorwahl 807 zu reagieren. In den meisten Fällen wird versucht den Arbeitssuchende bei einem Anruf auf der angebenen Handynummer so lange wie möglich hinzuhalten, während pro Gesprächsminute Kosten von 1,09 Euro oder mehr entstehen. Die Rufnummern haben nur einen Sinn, den Bewerber so lange hinzuhalten wie nur möglich.
Mehrwertnummern sind in allen Fällen an der Vorwahl zu erkennen, so steht beispielsweise die 803 für Erotk-Hotlines, die Vorwahl 806 ist für Unterhaltungs- und Gewinnspielangebote gedacht und die Vorwahl 807 ist für spezielle Serviceangebote.